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INTERVIEW mit Kristin Boese
Zum Kitesurfen gekommen bin ich...
im Jahr 2002 als ich als Windsurflehrerin an der Ostsee arbeitete.
Da ich als Windsurferin leider mangels Wind am Strand sitzen musste, weckte das bei schon leichtem Wind mögliche Kitesurfen schnell mein Interesse. Als ich das erste Mal einen Kite flog, war ich direkt vom Virus infiziert und suchte mir einen Job auf den Kanaren, um dort Kitesurfen richtig zu lernen.
Das Beste am Kitesurfen ist...
die unglaubliche Vielfalt, die es mit sich bringt. Ich kann ohne Wellen riesige Sprünge machen oder einfach übers Wasser gleiten, Wellen abreiten oder bei Kursrennen mit anderen Kitern um die Wette fahren. Dadurch wird das Kiten für mich nie langweilig und gibt mir immer neue Motivation. Das einzig Unangenehme an unserem Sport ist, dass Wind und Wasser im Deutschen Winter einfach zu kalt sind. Das bedeutet entweder im Winter weg fliegen (wie bei mir) und kiten oder eben bis zum Frühling ausharren - ohne zu kiten...
Meine Vorbilder im Sport sind...
Leute die trotz körperlichen Handycaps oder im hohen Alter noch Kiten lernen. Der älteste Kiter, den ich kennen lernte, war 74 und vor ihm ziehe ich den Hut. Vor Leuten wie Nicolas Lanquetin, der trotz seines Handycaps das Kitesurfen voll im Griff hat, habe ich vollsten Respekt und Bewunderung.
Einen hervorragenden Kitesurfer macht aus...
dass er viel Ausdauer und Motivation mitbringt. Wer es im Kitesport nach oben schaffen will, ist auf sich selbst gestellt, es gibt keine Trainer oder Trainingspartner. Willensstärke ist gefragt und wer diese Herausforderung mit positiver Energie und Humor angeht, ist auf jeden Fall ein hervorragender Kitesurfer!
Mein persönliches Fitnessprogramm besteht aus...
gesundem Essen mit viel Obst und Gemüse, regelmässigem Yoga für gute Flexibilität und natürlich den Kitesessions auf dem Wasser. Nebenbei nutze ich die Chance andere Sportarten auszuüben und meine Muskulatur durch spezielle Übungen zu stärken. Eine grossartige Fitness erarbeitet man sich mit jedem Schritt - auch im Alltag!
Neben dem Kitesurfen betreibe ich...
aktiv mehrere Sportarten, da es mir nicht nur viel Spass macht und für Abwechslung sorgt, sondern auch, weil es fürs Cross Training sehr wichtig ist. Besonders gern fahre ich Mountainbike, spiele Basketball und geniesse Yoga.
Zur Verletzungsvorbeugung empfehle ich...
muskelaufbauende Übungen durchzuführen. Besonders nach einer längeren Kite-Pause, aber auch zwischen den Sessions ist dies wichtig, um alle Muskulgruppen aufzubauen. Übungen mit dem Thera-Band helfen mir persönlich sehr und sind einfach auszuführen. In meinem Buch "Kitesurfen mit Kristin Boese" haben wir eine Vielzahl dieser Übungen aufgeführt.
Der grösste Fehler, dem Kitesurf- Anfänger und Könner gleichsam unterliegen ist...
Selbstüberschätzung oder Unterschätzung der Bedingungen. Kitesurfen ist inzwischen ein sicherer Sport geworden, solange man bewußt und mit Respekt an die Sache heran geht. Jeder Anfänger sollte unbedingt in einer Kiteschule einen Kurs absolvieren, um die Sicherheits-Systeme kennen zu lernen. Einfaches Ausprobieren ist beim Kitesurfen nicht ratsam.
Rituale...
Auf einen Wettkampf bereite ich mich in der Regel mit einer 2-3- tägigen Trainingssession am Wettkampfort und einer 1-tägigen Erholungs-Pause vor dem Event vor. So bin ich mit dem Spot vertraut und trotzdem fit für den Wettkampf.
An einem Tag ohne Sport...
geniesse ich es ein gutes Buch zu lesen oder aber, wenn ich diesen Tag zu Hause verbringen kann, einfach mal wieder mit meiner Familie oder Freunden in Ruhe einen Kaffee zu trinken und Neuigkeiten auszutauschen... Relaxte Tage zwischendurch sind für mich besonders wichtig, um eine Balance zum aufregenden Reise-Leben herzustellen.
Kristin Boese,
Weltmeisterin im Kitesurfen
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