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INTERVIEW mit Sonni Hönscheid
Zum Wellenreiten gekommen bin ich...
durch meinen Vater, der uns in seiner Zeit als Profiwindsurfer zu den schönsten Stränden dieser Welt mitgenommen hat. Meine Schwester und ich sind schon als wir klein waren mit boogieboards in den Wellen herumgerutscht. Bis ich dann eines Tages ein Mädchen in Bikini elegant die Wellen absurfen sah, dass wollte ich dann unbedingt auch und bin auf das Surfbrett umgestiegen.
Das Beste und Unangenehmste an meiner Disziplin sind…
Wellenreiten ist eine sehr komplexe Mischung aus Balance, Konzentration, Kraft und Ausdauer. Jede Welle ist eine neue Herausforderung. Unbeschreiblich schön ist der Einklang mit der Natur und es macht einen riesigen Spass. Unangenehm wie bei jeder Sportart sind Verletzungen, die meist durch Brett oder Riff kontakt und auch manchmal durch falsche Einschätzung einer Situation hervorgerufen werden können.
Durch die eher unnatürliche Körperhaltung beim paddeln, hat man oft mit Verspannungen an der Wirbelsäule und an Schulter und Nackenbereich zu kämpfen.
Meine Vorbilder im Sport sind…
Mein Vater Jürgen Hönscheid, ich bewundere seine Begeisterung, Motivation, und Können als Wellenreiter und Windsurfer. Kelly Slater, ist letztes Jahr neunfacher Weltmeister geworden, bei so viel konkurrenz.
Eine hervorragende Wellenreiterin macht aus, dass…
man bei vielseitigen Wellenbedigungen zurecht kommt, bei kleinen Wellen, sowie auch in grösseren Tagen wo viel gepaddelt werden muss um rauszukommen und sich bei starker Strömung an der Stelle halten kann. Ein gutes Auge für die Wellen und die Motivation um sich jeden Tag zu verbessern.
Mein persönliches Fitnessprogramm...
ich versuche jeden Tag ins Wasser zu kommen, wenn gute Wellen sind geh ich sogar zweimal, danach mache ich ein bisschen Yoga oder Stretching, für mehr Fitnessprogramm bleibt mir nicht viel energie übrig... Vor meinem Meniskusriss im Knie war ich oft und lange Joggen, jetzt fahre ich lieber Fahrrad, seitdem hab ich keine schmerzen mehr im Knie und mehr Kraft in den Beinen die mir beim Surfen Power und Sicherheit in den Turns gibt.
Neben dem Wellenreiten treibe ich aktiv mehrere Sportarten…
Windsurfen, Standup Paddeln, Fahrrad fahren, Joggen, Schwimmen, Tennis.
Zur Verletzungsvorbeugung empfehle ich…
Yoga und massagen um Verspannungen zu lösen und Muskeln zu lockern und Ausgleichsport zum Surfen um andere Muskelpartien zu stärken.
Das sind die größten Fehler, denen Anfänger und Könner erliegen...
Selbstüberschätzung, damit meine ich zu kleine Bretter fahren, in zu anspruchsvollen Bedingungen ins Wasser gehen und Situationen falsch einschätzen. Ausserdem kennen viele Surfer ob Anfänger oder Fortgeschritten nicht die Verhaltensregeln auf dem Wasser.
Rituale: So bereite ich mich auf einen Wettkampf vor…
Die Tage vor dem Wettkampf versuche ich bei meinen Surfsessions auf Zeit zu surfen, so viele Wellen wie möglich zu nehmen und aus jeder Welle das Maximale rauszuholen um so langsam in Wettkampfstimmung zu kommen. Auch wenn sehr viel los ist am Wettkampfspot, geh ich ein paar mal da surfen um mich zu orientieren. An dem Tag wo ich mein erstes Heat fahren muss, steh ich früh auf frühstücke, mach ein paar Dehnungsübungen, packe meinen ganzen Kram (2 Boards, Wax, Anzüge, Wasser, Energie Snacks,...) zusammen und geh früh genug los um nochmal kurz ins Wasser zu springen und mich einzusurfen.
An einem Wochenende ohne Sport...
kommt eigentlich nicht vor, denn ich finde immer irgendwo eine Welle :) nach vielen guten Surfsessions ist man dann doch ziemlich ausgepowert und gönnt dem Körper gerne mal eine Pause.
Sonni Hönscheid
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